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IGS ist keine Kuschelveranstaltung

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Wolfgang Kuschel

16. April 2010 0 Kommentare

Auch eine Integrierte Gesamtschule ist eine Schule, mit allem, was dazugehört: Lernen, Leistung, Tests und Beurteilungen - eben eine Zwangsveranstaltung. Darauf hat Wolfgang Kuschel, Leiter der Integrierten Gesamtschule (IGS) Langenhagen, am Freitag während einer Informationsveranstaltung hingewiesen. "Eine IGS ist keine Kuschelveranstaltung", sagte der Referent.

Während der Begrüßung hatte SPD-Unterbezirksvorsitzender Karl Heinz Hausmann erläutert, dass er eigentlich die Politik aus der ganzen Diskussion um die geplante Gesamtschule heraushalten und sachlich informieren wollte. Denn auch viele CDU-geführten Landkreise hätten jüngst eine Gesamtschule beim Land beantragt. Allerdings erwecke die CDU im Kreis Osterode den Eindruck, eine IGS sei eine SPD-Schule. Der Langenhagener Schulleiter äußerte den Eindruck, dass landesweit die ideologischen Grenzen zunehmend aufgehoben seien.

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In Langenhagen, so IGS-Leiter Kuschel weiter, stehe die Gesamtschule mit anderen Schulen im Wettbewerb. Und das sei ganz gut so. Die Konkurrenz sporne zu besseren Leistungen an. Er habe die Aufgaben mit anderen Schulleitern aus Bildungseinrichtungen des dreigliedrigen Schulsystems schon ausgetauscht. Ein fachlicher Leistungsunterschied sei bei den Schülerinnen und Schülern nicht festzustellen gewesen.

Doch neben dem fachlichen Lernen habe die IGS weitere Ziele. So werde ein Ausgleich zwischen den sozialen Unterschieden angestrebt, man wolle bei den Schülerinnen so lange wie möglich offenhalten, welchen Schulabschluss sie erhalten, man wolle die Selbstständigkeit fördern und Demütigungen durch das System vermeiden. "Wir alle sind in der Schule gedemütigt worden", sagte er und nannte beispielhaft das Sitzenbleiben, den Schulwechsel und soziale Benachteiligung. Eine IGS habe eine andere Pädagogik. Ziel sei ein soziales Miteinander und demokratisches Verhalten. Es gebe ein vielfältiges Angebot für alle Begabungen. Solche Kategorien wie Haupt-, Realschule und Gymnasium gebe es in anderen Ländern nicht, gab er zu bedenken.

"Die IGS will keinen fallenlassen", alle sollen bis zum Schulziel mitgenommen werden, erklärte der Referent. Die IGS kümmere sich, ohne den Einzelnen zu verhätscheln. Zudem gehe es in der IGS darum, die Schülerinnen und Schüler auf Studium und Beruf vorzubereiten. Dabei gehe es um eine Erziehung zu Toleranz, Demokratie und Umweltbewusstsein. Es gebe an einer Gesamtschule die gleichen Abschlüsse wie an anderen Schulen. Jede Gesamtschule sei bemüht, keinen Schüler ohne Abschluss zu entlassen.



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Der Praktiker aus Langenhagen sieht bei aller Theorie aber auch, dass eine Schule nur so gut sein kann wie ihre Pädagogen. "Es gibt auch bei uns sehr gute Lehrerinnen und Lehrer, aber auch Pfeifen - leider", gestand er ein. Eine IGS sei eben eine Schule und keine Insel der Seligen.

Doch habe der Ansatz, die Schulkarriere der Schülerinnen und Schüler so lange wie möglich offen zu lassen, einen guten Grund. Obwohl er allen Grundschullehrerinnen und -lehrern zugestehe, in voller Verantwortung in der 4. Klasse eine Prognose für die Entwicklung der Schüler abzugeben und entsprechend den Schultyp zu empfehlen, stelle sich in auffällig vielen Fällen erst später heraus, welche Fähigkeiten die jungen Leute entwickelten. "Schüler entwickeln sich oft viel besser als die Prognosen voraussagen", sagte er. Und das liege nicht an den Grundschullehrern, sondern an der späteren Entwicklung der Jugendlichen.


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